• Beratung
  • Planung
  • Ausführung

Stump Felsanker

Der Einsatz von Spanngliedern zur Sicherung von Bauwerken hat eine lange bautechnische Tradition. Seit Gründung der Stump Spezialtiefbau GmbH im Jahre 1960 wird die Ankertechnik durch unser Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt. Unser heutiger Fels-Litzenanker dokumentiert dabei den Fortschritt und den Stand der modernen Ankertechnik beim Einsatz in Fels. Die Anwendung ist im Allgemeinen auf die Fälle beschränkt, bei denen die vollständige Krafteinleitungslänge im Fels liegt. Darüber hinaus können die Stump-Felsanker bei Zustimmung eines geotechnischen Sachverständigen auch abweichend ausgeführt werden.

Einen Meilenstein in der Entwicklung der Stump-Felsanker stellten die Arbeiten an der Ederstaumauer dar. Die Auftriebssicherung der Ederstaumauer erfolgte durch 104 Dauerlitzen-Felsanker vom Typ 6–34 mit einer Gebrauchslast von 4.500 kN. Die Prüflasten betrugen bis zu 12.500 kN bei Ankerlängen zwischen 68 und 73 m. Die Herstellung der Bohrlöcher musste im Bereich der Staumauer schonend und im gesamten Bereich mit höchster Genauigkeit erfolgen. Die Bohrabweichungen lagen mit 0,5 % noch unterhalb der strengen Vorgabe zur Toleranz von 1 % Bohrabweichung. Für die Herstellung dieser Felsanker wurde zunächst eine Kernbohrung mit einem Durchmesser von 146 mm ausgeführt, die anschließend auf einen Durchmesser von 276 mm aufgeweitet wurde.

Selbst in besonders schwierigen Boden- und Felsformationen können durch Anwendung spezieller Verpresstechniken zuverlässig tragfähige Schwerlastanker gesetzt werden.

Durch eine Gebirgs- und Mauerwerksinjektion auf Zementbasis wurde eine gezielte Vergütung vor allem im Krafteinleitungsbereich der Anker erreicht. Die erfolgreiche Vergütung des Bereichs wurde mittels WD-Tests nachgewiesen. Der Ankereinbau erfolgte mit Hilfe einer speziellen Umlenkkonstruktion und eines Mobilkrans, womit Einbaubeschädigungen am Korrosionsschutz des Ankers sicher vermieden werden konnten. Zum Spannen der Anker wurde eine speziell für diesen Fall angefertigte Spannpresse eingesetzt. 10 der 104 eingebauten Anker wurden mit Kraftmessdosen und Lichtwellenleiter-Sensoren für eine permanente Ankerüberwachung ausgerüstet. Die Ankerköpfe aller Anker sind dabei so ausgebildet, dass jederzeit eine Ankerkraftmessung und bei Bedarf ein Nachspannen der Anker möglich ist.

Die Sicherung eines Großkluftkörpers am Kammereckfelsen, zwischen St. Goar und Oberwesel gelegen, erfolgte durch den Einbau von 23 Dauerfelsankern mit einer Gebrauchslast von jeweils 2.000 kN. Das Felsmassiv liegt direkt oberhalb der vielbefahrenen Bundesstraße B9 und wird durch einen Tunnel der Deutschen Bahn unterfahren. Die bis zu 40 Meter langen Daueranker bestehen dabei aus jeweils 23 Einzellitzen und wurden auf zwei Stahlbetonriegeln angeordnet. Die Gebrauchslast wurde in 2 Schritten (1.350/2.000 kN) nacheinander aufgebracht. Die Verformungen des Felsmassivs wurden hierbei fortlaufend mit Hilfe von Mehrfachextensometern überwacht.